Währungsreform – Alternative zur Staatsinsolvenz?

Bild zeigt einen Zeitungsartikel zur Währungsreform

Reden wir über Staatsinsolvenzerfahren

Bereits 2010 gab es seitens der Bundesregierung Anregungen in der EU, Insolvenzverfahren für Staaten zu ermöglichen.

Das bedeutet nichts anderes, als dass bereits vor über zwei Jahren die Möglichkeit eines Zusammenbruchs des Euros angedacht und somit auch für möglich gehalten wurde.
Im Grunde genommen kann ein Staatsinsolvenzverfahren nur ein Ziel haben und zwar den Zusammenbruch der Währung und die daraus folgenden Reform zu verhindern.

Stellt sich nur die Frage, warum diese Pläne zur Verhinderung nicht weiter verfolgt oder umgesetzt werden.

Der Europäische Rettungsschirm war damals bis Mitte 2013 befristet und die Zeit drängte. Inzwischen ist klar, dass Staaten wie Zypern oder Griechenland ihre Schulden nicht aus eigenem Antrieb zahlen können. Bedeutet das, dass langfristig der Zusammenbruch des Euros (Sie kennen ja das Problem mit der Eurokrise, die man einfach nicht in den Griff kriegen kann) gar nicht zu verhindern ist?

Um Bürger und Privatpersonen ausreichend vor den Folgen einer Währungsreform und vor dem totalen Verlust ihres Vermögens zu schützen, könnte ein Insolvenzverfahren für solche Staaten hilfreich sein.

Möglichkeiten der Prozedere , ähnlich anderen Insolvenzverfahren:
Bestimmen eines Insolvenzverwalters für die betroffenen Staaten, der das Recht hätte, die Verfügungsmacht der Regierungen über Bargeldbestände einzuschränken.
Ein Vollstreckungsschutz würde verhindern, dass Gläubiger ihre Forderungen via Kontopfändungen durchsetzen könnten.
Um eine neuerliche Krise zu verhindern, müsste es eine totale Reorganisation der Einnahmen und Ausgaben geben.
Herabsetzung der Schulden sowie anfallenden Zinsen per Beschluss, ermöglichen eine Schuldentilgung und nach Ablauf der Staatsinsolvenz, dem jeweiligen Staat eine schuldenfreie Zeit in Aussicht zu stellen.
Die Schuldenhöhe in einigen EU-Staaten hat eindeutig Dimensionen erreicht, die nicht mehr bezahlbar sind. Aus der Finanzgeschichte haben wir gelernt, dass in solchen Situationen immer große Währungsreformen durchgeführt wurden.

Anstelle einer Währungsreform könnte aber auch ein Insolvenzverfahren für den betroffenen Staat stattfinden, was wiederum zur Folge hätte, dass das private Vermögen von Unternehmen und Bürgern weitgehend unangetastet bliebe.

Die Kosten könnten dann auf diejenigen die ursächlich an der Krise Mitschuld tragen, nämlich die beteiligten Banken, aufgeteilt werden. Die Währung bliebe dabei unberührt und auf eine Reform könnte verzichtet werden.

Was wären die Folgen einer Staatsinsolvenz innerhalb der EU?

Die Zahlungsunfähigkeit eines Staates, wäre keine Gefahr mehr für die gemeinsame Währung und eine Währungsreform, die größtenteils den Bürgern schaden und Kosten bereiten würde, könnte abgewendet werden. Das könnte eine sinnvolle Lösung für die gesamte Euro-Zone sein.
Dies würde bestimmt zu einem völlig anderen Kreditvergabeverhalten jener führen, welche durch ihren lockeren Umgang sowie der Finanzierung schwacher Staaten diese ganze Krise erst heraufbeschworen haben. Sie würden sich für ihre Vergabe wohl an die Staaten wenden, die auch langfristig in der Lage wären, Kosten für Zinsen und Tilgung aufzubringen.
Das würde natürlich auch bedeuten, dass Staatsverschuldungen in diesem Ausmaß gar nicht mehr möglich wären, da es wesentlich schwieriger wäre an neue Kredite zu kommen oder eine Umverteilung der Schulden vorzunehmen.

Jahrtausendverschuldung und Hyperinflation

Weltweit sind unzählige Länder hoffnungslos verschuldet und leiden unter hoher Inflation. Bisher hatten wir keine vergleichare Situation. Manche Länder haben damit begonnen, mehr Geld zu drucken um das Wirtschaftssystem einigermaßen zu stabilisieren.
Wie wir aber wissen, führt das letztendlich unvermeidbar zu noch höherer Inflation und einer nicht abwendbaren Währungsreform. Die Politik sollte endlich auf die Experten hören, die schon seit Jahren dieses Horrorszenario vorhersagen. Ansonsten könnte es dazu führen, dass wir am Ende alle durch die Finger schauen.
Fazit

Um eine Währungsreform und deren absehbare Folgen erfolgreich zu vermeiden, wäre die Einführung eines Insolvenzverfahrens eine interessante Alternative, sofern diese richtig konstruiert und angewendet wird.
Verlustträger wären dann jene, die den insolventen Staaten großzügig Geld geliehen haben und die sowieso damit gerechnet haben, dass aufgrund der Gemeinschaftswährung die finanzstarken Länder als Sicherheit geradestehen werden.

Zu guter Letzt stellt sich die Frage, wer etwas gegen ein Insolvenzrecht haben könnte. Die Hochfinanz? Schließlich sind finanziell unabhängige Staaten nicht so leicht zu beeinflussen wie überschuldete Staaten und ein Insolvenzrecht wäre eine Exit-Strategie aus der misslichen Lage in der wir uns befinden.

 

Ich bin gespannt, Ihre Meinung darüber zu hören! Nutzen Sie das Formular unten:

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