Das Nachrangdarlehen und Ihre Bausparkasse

Bild Nachrangdarlehen und Bausparvertrag

Was haben denn nun ein Nachrangdarlehen und ein Bausparvertrag gemeinsam?

Antwort: Aus der Sicht des Geldgebers werden beide Sparformen nachrangig bedient. Was das im Einzelnen bedeutet und welche Konsequenzen das hat, werden wir heute gemeinsam auf den Grund gehen.

Lassen Sie es mich mit einem Beispiel erklären, das mein geschätzter Kollege Mario Celic hervorragend zu Papier gebracht hat:
Was ist eigentlich Bausparen? Auf die Idee, einen Bausparvertrag als Nachrangdarlehen zu bezeichnen würde niemand kommen. Doch genau dieser Begriff beschreibt diese Sparform exakt.

Das Prinzip: Viele Sparer zahlen auf ihren Vertrag (Bausparkonto) ein. Manche von ihnen entscheiden sich dafür, ein Eigenheim zu erwerben und ein Darlehen bei der Bausparkasse aufzunehmen. Die Bausparkasse leiht dem Darlehensnehmer allerdings nur einen kleinen Teil des gesamten Kaufpreises.

Den Rest erhält der Darlehensnehmer von seiner Bank und ggf. durch Eigenkapital.

Die Bank sichert sich das verliehene Geld mit der Immobilie erstrangig ab. Das bedeutet, sollte der Geldleiher das Geld nicht zurückzahlen können, wird die Bank die Immobilie Zwangsverkaufen, um an das Geld zu kommen.

Das geliehene Geld von der Bausparkasse wird nachrangig behandelt. Das bedeutet, sollte nach dem Zwangsverkauf seitens der Bank noch Geld übrig bleiben, bekommt die Bausparkasse und damit die Bausparer ihr Geld!

Nachrangigkeit bedeutet also, man steht in der Warteschlange hinter den Ansprüchen von Anderen.
Was ist aber, wenn man vor sich in der Warteschlange keine „Anderen“ hat? Dann ist dieser Nachrang nur ein Bestandteil der Vertragstheorie und kommt nicht zur Anwendung!

Bild Nachrangdarlehen und Bausparvertrag

Bild Nachrangdarlehen und Bausparvertrag

Wenn man also keine anderen Anspruchsteller hat, als die Sparer selbst, bleibt nur noch die Frage zu klären, wie eine vernünftige Verzinsung erreicht werden kann, damit sich eine Sparform auch zum Vermögensaufbau eignet.

Der Vermögensaufbau beginnt unter Berücksichtigung von Steuern und Inflation ab ca. 4% Rendite pro Jahr. Alles darunter wird durch Inflation aufgefressen.

Der Bausparvertrag zahlt eine Guthabenverzinsung zw. 0,5% und 1,5% pro Jahr aus. Damit scheidet der Bausparvertrag als Geldanlageinstrument leider bereits aus. 
Eine Sparform mit einer Rendite oberhalb von 5% wäre durchaus eine echte Alternative am Markt. Oder sehen Sie das anders?

Würde sich am Risiko oder an der Sicherheit aus Ihrer Sicht unter folgender Bedingung was ändern: Die Alternative Sparform, aber ohne die Institution Bausparkasse dazwischen und damit die hohen Zinsen direkt auf Ihr Konto? 

 

Bild Nachrangdarlehen: Ist jemand vor mir?

Bild Nachrangdarlehen: Ist jemand vor mir?

 

Fazit: Ein Nachrangdarlehen allgemein ist also ersteinmal weder gut noch schlecht als Anlageform. So wie ein Messer weder gut noch schlecht an sich ist. In der Küche ist es sehr wertvoll als Helfer, in der Hand eines falschen Menschen... (verzeihen Sie mir diesen bildlichen, wenn auch sehr treffenden Vergleich).

Das Angebot muss genauer geprüft werden. Ist das Angebot gut uns für den Anleger sicher ausgearbeitet, dann kann ein Nachrangdarlehen die Lösung für eine sichere und rentable Anlage sein.

 

 

Dieser Artikel enthält Auszüge aus dem Artikel: Nachrangdarlehen die Alternative von Mario Celic/ Immobilienkontor Deutschland GmbH ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International Lizenz.

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